nacht der instinkten

ich mache den anhalter mit dem kopf meiner geliebten in der hand
ein feindseliger wind stößt mir in die rippen
der wald tost, die luft ächtzt und mir ist schlecht
ich halte einen laster mit breiten gesten eines handelsreisenden an

ich erkläre dem chauffeur, dass ich zurück in die stadt will
es ist ein unglück passiert und ich will es reparieren
ich muss mir unbedingt ein messer besorgen
der chauffeur, verständnislos aber weiterhin höflich,
lädt mich ein es zu tilgen – er hatte einen franzosen in der hand

ich eilte in stadtrichtung
die polizeiautos verschwanden, als ich meine schultern anspannte

zu hause angekommen, nahm ich ein taschenmesser aus der schublade
und bohrte der geliebten die augen aus – fast wäre ich vor freude ohnmächtig geworden
der schlaf hat mich nach der anstrengung übermannt

als ich die augen öffnete, war das zimmer verändert
jemand macht experimente mit mir
den käfig verlassend, merkte ich, dass sie auch die straße verändert hatten
ich erkannte die umgebung nicht wieder
ich fühlte mich wie eine von einem totenwagen in den anderen verschobene leiche

ich versuchte, ohne großen erfolg, mich zu orientieren
die menschen ignorierten mich total, beantworteten meine fragen nicht
nicht einmal eines blickes würdigten sie mich

vor den vitrinenspiegeln eines großen kaufhauses
verstand ich, warum – ich ausgehöhlte augen hatte

erst dann brach mein blick – seiner hegemonie entkommend
begann ich zu riechen, ließ mich auf alle viere
ich habe mir gesicht und brust mit blut beschmiert wie die indianer
und bin den vorbeigehenden an die kehle gesprungen
ich spuckte, brüllte und biss wie ein leibhaftiger
kein einziger entkam meinen stichen

als ich erwachte, machte meine frau die anhalterin mit meinem kopf in der hand
ein laster hat beschleunigt und uns beide erdrückt
ich habe alles gesehen

[Übersetzt aus dem Rumänischen von Anton Potche]

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